Habt Ihr Euch schon immer gefragt, warum jemand InteGREATer wird?

Enes – seit Anfang 2014 in der Regionalgruppe in Berlin engagiert – berichtet in seinem Video über sein Engagement bei InteGREATer e.V.:

 

Karine – seit Sommer 2013 überzeugter InteGREATer – erzählt ihre Geschichte!

Karine „Kaum zu glauben, dass Facebook auch gute Seiten hat!  Die Facebook-Seite des InteGREATer e.V. entdeckte ich erst durch ein „liken“ eines Bekannten. Was mit einem unverbindlichen „Gefällt mir“ meinerseits anfing, endete nun mit einem ausgefüllten Mitgliedsantrag und einer absolvierten Basis-Schulung. Es ist der eigene Weg, der motiviert, Erfahrungen weiterzugeben.

Als ich mit 12 Jahren in Deutschland ankam, hat mich der Direktor eines Gymnasiums nicht aufgenommen. Sollte ich nicht schnell genug Deutsch lernen und vielleicht schlechte Noten haben, würde sich das schlecht auf den Ruf seiner Schule auswirken. Dann erst Recht! Heute – mit 24 – studiere ich erfolgreich Jura. Ich denke, dass damals genau diese Ablehnung mich dazu motiviert hat, es sehr gut zu machen. Das deutsche Bildungssystem stellt für viele allerdings einen Dschungel dar, in dem man sich zunächst erst zurecht finden muss, um den eigenen richtigen Weg bestimmen zu können. Für meine Mutter ist es bis heute oft ein Rätsel, wie die Schule, die Uni etc. in Deutschland funktionieren – verständlich, da ihr eigenes Studium damals in der Sowjetunion ganz anders abgelaufen ist. Genau so geht es vielen Eltern, die nach Deutschland immigriert sind. Es sind die Sprachbarrieren, die unbekannten Fachbezeichnungen, das schlichte Unwissen um die zahlreichen Möglichkeiten und die mangelhafte Information der Institutionen, die es schwierig machen, dem eigenen Kind zu helfen.

Hier setzen sich InteGREATer ein – sie informieren, klären auf und helfen, um jedem Kind die Chance zu geben, den für sich richtigen Weg zu gehen. Darauf freue ich mich als neues Mitglied! Man sagt, dass man aus den Fehlern anderer lernen soll – umgekehrt ist es viel schöner – aus den Erfolgsgeschichten anderer zu lernen.“

 

Dashne berichtet über ihre Motivation, sich bei InteGREATer e.V. zu engagieren:

Dashne„‚Ich will als Teil dieser Gesellschaft wahrgenommen werden – und keine Sonderrolle spielen, nur weil ich nicht Deutsch aussehe … ‚. So fing mein Gespräch mit Constanze Matthiessen auf einer Info-Messe in Berlin an. An jenem Tag im Januar 2011 waren Stiftungen und Vereine, darunter auch InteGREATer e.V. in der Hertie School of Governance vertreten und stellten ihre tollen Programme vor. Die Idee hinter InteGREATer hat mich direkt angesprochen und motiviert, das Anmeldeformular auszufüllen. 

Nur wenige Wochen später hatte ich mein erstes Kennenlerngespräch mit Constanze, die mich in die InteGREATer-Arbeit einwies und mir Mut machte, in Bochum die ersten Schulen anzusprechen. Gesagt, getan – ich wendete mich an die Schulleitung der Grundschule meines Bruders, die einen ausgeglichenen Anteil an Deutschen mit Schülern mit und ohne Migrationshintergrund hatten. Im Juli durfte ich InteGREATer auf einem Elternabend für die Eltern der neuen Erstklässler vorstellen. Ich war aufgeregt wie selten in meinem Leben und meine Knie wurden weich wie Pudding. Zwar war ich an dem Abend auf mich allein gestellt, den Müttern und Vätern InteGREATer vorzustellen, aber auch andere Vereine stellten ihr Projekt vor und ich konnte zusehen, wie sie die Eltern mit in ihre Idee einbezogen. Als ich an der Reihe war, waren die Eltern erst skeptisch, aber nach einer Frage – und Diskussionsrunde kam auf, dass einige sich in dem Konzept von InteGREATer gut wiederfanden. Der Abend war ein guter erster Erfolg und die Schule erklärte sich mit einer Kooperation einverstanden.

Wenige Tage danach fuhr ich nach Wiesbaden und traf mich mit Dario und Joel, zwei engagierte InteGREATer aus Hessen. Der Grund: Die Initiative, für InteGREATer einen Imagefilm zu drehen und so visuell unsere Idee näher zu bringen. Nach einem zweiten Treffen in Mainz und intensiven Stunden voller Diskussionen und neuen Einfällen, war das Drehbuch für den Imagefilm endlich fertig. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit Dario und Joel zusammen zu arbeiten und nun musste aus dem Drehbuch nur noch der Film werden. An dem Teil der Arbeit konnte ich leider nicht mitwirken, was aber kein Makel war, denn es gab eine tolle Besetzung und den Imagefilm kann ich nur jedem ans Herz legen, der von InteGREATer schon so viel gelesen hat und noch mehr sehen will. 😉 Nun sind gute zwei Jahre vergangen und ich habe 2011 die Aufgaben der Regionalgruppenleitung von Marburg/Gießen übernommen mit einer tollen engagierten Gruppe, die jetzt stetig wächst. Anschließend habe ich wieder in Nordrhein-Westfalen in Bonn und Köln versucht, Regionalgruppen aufzubauen. Leider war es sehr schwierig als Einzelperson mit der Organisation von Terminen, dem Kontaktaufbau mit Schulen und der Rekrutierung neuer InteGREATer vollumfänglich erfolgreich zu sein. Aber nachdem wir einige Mitglieder gefunden haben, die mit Herz voll für das Bewusstsein einstehen, etwas verändern zu können, sind wir auf einem guten Weg mit unseren beiden Regionalgruppen Bonn und Köln.Dies ist natürlich die eine Seite von InteGREATer, dessen Engagement mit viel Verantwortung verbunden ist. Aber Engagement wäre nicht erfolgreich, wenn der Zusammenhalt unter den InteGREATern und der damit verbundene Spaß fehlen würden.InteGREATer hat viele junge Menschen, die voller Elan für eine tolle Idee einstehen. Bildung als der Schlüssel zum Erfolg ist ein Identifikationsmerkmal, welches alle Gesellschaftsschichten, unabhängig von kulturellen, religiösen oder politischen Einflüssen vereinen kann. Durch InteGREATer habe ich unheimlich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt. Ihre Geschichten bewegen und regen zum Denken an. Es zeigt, wie viel das Individuum mit Mut und Ehrgeiz erreichen kann.Als Belohnung und für den Austausch mit unseren Förderern, veranstalten wir jährlich die Weihnachts – und Sommerfeste. Hier können wir auf das, was wir bisher erreicht haben, zurückblicken und uns in rege Diskussionen mit den vielen Menschen, die unseren Verein finanziell und mit ihren Lebens- und Berufserfahrungen unterstützen, stürzen. Dabei sehe ich, wie unsere Arbeit wahrgenommen wird und schöpfe nach den Gesprächen ständig neuen Mut, weiterzumachen.Ich glaube, InteGREATer wird weiterhin eine wichtige Rolle in der Debatte um Integration spielen auf dem Weg zu einer Gesellschaft, in der es nicht mehr wichtig ist, woher man kommt, sondern wer man ist und was man kann.“Wir schließen mit einem Beitrag von Ali, der Mitglied des InteGREATer-Vorstands ist und bis 2015 im Anschluss an sein Studium  Teach-First-Fellow war. Hier ist sein Bericht über die Herausforderungen, die ihm in dieser Zeit begegnet sind:

Ali„Von schicksalhaften Begegnungen hört man immer mal wieder. Von einer weiß auch ich zu berichten. Am 28. Februar 2013 erhielt ich um 17:48 Uhr eine Mail der Hertie-Stiftung. Darin hieß es, dass es zwar recht knapp sei, aber vielleicht ja jemand an folgender Ausschreibung Interesse hätte: Fellow bei Teach First Deutschland. Gesucht seien „Menschen mit starker Persönlichkeit, Mut zu neuen Ideen, hoher Lernbereitschaft und Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Menschen mit dem festen Willen, andere und sich selbst weiter zu entwickeln. Menschen, die bereit sind, vom ersten Tag an Führungsverantwortung zu übernehmen. Menschen, die sich engagieren und neugierig auf Neues sind.“ Bewerbungsende sei der 1. März 2013, also morgen. Eine schnelle Entscheidung war gefragt. Spannend klang es allemal. Aber eine wichtige Frage stellte sich mir: Kann ich diesen Anforderungen gerecht werden? Zum Glück gibt es InteGREATer! Das Engagement meiner InteGREATer-Kollegen zeigt mir, dass wir genau das sind. Wir engagieren uns, übernehmen Führungsverantwortung in Sachen Integration und wer InteGREATer ist, zeichnet sich per se durch eine starke Persönlichkeit aus. Die autosuggestive Überzeugungsarbeit war also geleistet! Jetzt ran an die Bewerbung. Eine lange Nacht und einen gefühlt kurzen Tag später stand auch die. Dann Hoffen und Bangen, nach Bonn zum Bewerbungsgespräch fahren, wieder Hoffen und Bangen, als Fellow genommen werden und vor Freude in die Luft springen, zwei einwöchige Praktika absolvieren und die Materialen des Online-Campus bearbeiten  – sehr aufregend! Ein Highlight unter vielen war auf jeden Fall die Teach First Sommerakademie. In den Vorbereitungsseminaren zu unserem Schuleinsatz lernten wir allerhand Nützliches, angefangen von „Arbeitsanweisungen richtig formulieren“ bis hin zu „Regeln und Rituale festlegen und festigen“. All das durften wir dann auf einem zweiwöchigen Jugendcamp anwenden und erkennen, dass „banale“ Tipps und Vorgehensweisen in der Realität mehr wiegen als auf einem Blatt Papier oder in Worten. Bereichert durch diese Erfahrungen kam der Schuleinsatz an die Reihe. Für mich heißt es seit zwei Wochen an einer Frankfurter Hauptschule tätig sein. Diese Zeit verging zum größten Teil mit Ankommen und die Strukturen kennen lernen aber auch die ersten „Situationen“ und Erfolgserlebnisse gab es schon. Ich freue mich riesig noch weitere zwei Jahre auf dieser Reise sein zu dürfen! Wäre die Mail am 28. Februar 2013 nicht gekommen, gäbe es wohl weder die spannende Reise noch diesen Artikel. Von schicksalhaften Begegnungen hört man immer wieder – das ist meine. Euer Ali“