InteGREATer erzählen…

Dashne berichtet über ihr Dasein als InteGREATer:

„‚Ich will als Teil dieser Gesellschaft wahrgenommen werden – und keine Sonderrolle spielen, nur weil ich nicht Deutsch aussehe … ‚. So fing mein Gespräch mit Constanze Matthiessen auf einer Info-Messe in Berlin an. An jenem Tag im Januar 2011 waren Stiftungen und Vereine, darunter auch InteGREATer e.V. in der Hertie School of Governance vertreten und stellten ihre tollen Programme vor. Die Idee hinter InteGREATer hat mich direkt angesprochen und motiviert, das Anmeldeformular auszufüllen.

Nur wenige Wochen später hatte ich mein erstes Kennenlerngespräch mit Constanze, die mich in die InteGREATer-Arbeit einwies und mir Mut machte, in Bochum die ersten Schulen anzusprechen. Gesagt, getan – ich wendete mich an die Schulleitung der Grundschule meines Bruders, die einen ausgeglichenen Anteil an Deutschen mit Schülern mit und ohne Migrationshintergrund hatten. Im Juli durfte ich InteGREATer auf einem Elternabend für die Eltern der neuen Erstklässler vorstellen. Ich war aufgeregt wie selten in meinem Leben und meine Knie wurden weich wie Pudding. Zwar war ich an dem Abend auf mich allein gestellt, den Müttern und Vätern InteGREATer vorzustellen, aber auch andere Vereine stellten ihr Projekt vor und ich konnte zusehen, wie sie die Eltern mit in ihre Idee einbezogen.

Als ich an der Reihe war, waren die Eltern erst skeptisch, aber nach einer Frage – und Diskussionsrunde kam auf, dass einige sich in dem Konzept von InteGREATer gut wiederfanden. Der Abend war ein guter erster Erfolg und die Schule erklärte sich mit einer Kooperation einverstanden.

Wenige Tage danach fuhr ich nach Wiesbaden und traf mich mit Dario und Joel, zwei engagierte InteGREATer aus Hessen. Der Grund: Die Initiative, für InteGREATer einen Imagefilm zu drehen und so visuell unsere Idee näher zu bringen. Nach einem zweiten Treffen in Mainz und intensiven Stunden voller Diskussionen und neuen Einfällen, war das Drehbuch für den Imagefilm endlich fertig. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit Dario und Joel zusammen zu arbeiten und nun musste aus dem Drehbuch nur noch der Film werden. An dem Teil der Arbeit konnte ich leider nicht mitwirken, was aber kein Makel war, denn es gab eine tolle Besetzung und den Imagefilm kann ich nur jedem ans Herz legen, der von InteGREATer schon so viel gelesen hat und noch mehr sehen will. 😉

Nun sind gute zwei Jahre vergangen und ich habe 2011 die Aufgaben der Regionalgruppenleitung von Marburg/Gießen übernommen mit einer tollen engagierten Gruppe, die jetzt stetig wächst. Anschließend habe ich wieder in Nordrhein-Westfalen in Bonn und Köln versucht, Regionalgruppen aufzubauen. Leider war es sehr schwierig als Einzelperson mit der Organisation von Terminen, dem Kontaktaufbau mit Schulen und der Rekrutierung neuer InteGREATer vollumfänglich erfolgreich zu sein. Aber nachdem wir einige Mitglieder gefunden haben, die mit Herz voll für das Bewusstsein einstehen, etwas verändern zu können, sind wir auf einem guten Weg mit unseren beiden Regionalgruppen Bonn und Köln.

Dies ist natürlich die eine Seite von InteGREATer, dessen Engagement mit viel Verantwortung verbunden ist. Aber Engagement wäre nicht erfolgreich, wenn der Zusammenhalt unter den InteGREATern und der damit verbundene Spaß fehlen würden.

InteGREATer hat viele junge Menschen, die voller Elan für eine tolle Idee einstehen. Bildung als der Schlüssel zum Erfolg ist ein Identifikationsmerkmal, welches alle Gesellschaftsschichten, unabhängig von kulturellen, religiösen oder politischen Einflüssen vereinen kann. Durch InteGREATer habe ich unheimlich viele unterschiedliche Menschen kennengelernt. Ihre Geschichten bewegen und regen zum Denken an. Es zeigt, wie viel das Individuum mit Mut und Ehrgeiz erreichen kann.

Als Belohnung und für den Austausch mit unseren Förderern, veranstalten wir jährlich die Weihnachts – und Sommerfeste. Hier können wir auf das, was wir bisher erreicht haben, zurückblicken und uns in rege Diskussionen mit den vielen Menschen, die unseren Verein finanziell und mit ihren Lebens- und Berufserfahrungen unterstützen, stürzen. Dabei sehe ich, wie unsere Arbeit wahrgenommen wird und schöpfe nach den Gesprächen ständig neuen Mut, weiterzumachen.

Ich glaube, InteGREATer wird weiterhin eine wichtige Rolle in der Debatte um Integration spielen auf dem Weg zu einer Gesellschaft, in der es nicht mehr wichtig ist, woher man kommt, sondern wer man ist und was man kann.“