InteGREATer in der Welt unterwegs: Schiela berichtet aus Marseille

Bonjour!
Für mich war schon zu Beginn des Studiums klar: Ich möchte sehr gerne mal im Ausland studieren. Ich hatte mich im ersten Semester auch diesbezüglich umfassend informiert, habe das Thema dann erst einmal ruhen lassen, um mich in Ruhe in die neue Uniwelt einzufinden. Zu Beginn des Sommersemesters 2015 habe ich dann meine Bewerbung für ein Erasmusstipendium abgegeben. Nach ganz viel Kopfzerbrechen über die Frage, welche Stadt ich auswählen möchte, habe ich mich für die südfranzösische Stadt Marseille entschieden. Jetzt, nach meiner Rückkehr, weiß ich, dass es für mich die perfekte Stadt gewesen ist. Marseille… Ja die Stadt hat schon seinen ganz eigenen Charme und ist so anders als Frankfurt. Sie ist laut, jung, antik, (nord-)afrikanisch geprägt, gelassen, nicht reich und über das Freizeitangebot für Studenten kann man nicht meckern. Während meines Aufenthaltes habe ich sowohl meine Französisch- als auch meine Englischkenntnisse verbessern können und habe eine Menge Freundschaften geschlossen. Jeder, der einen Trip an die Côte d’Azur vorhat, MUSS definitiv auch die Calanques besuchen gehen; das Kalkgebirge an der Küste von Marseille war mein Lieblingsort, um einen entspannten Tag mit Freunden in der Natur zu verbringen. Man kann da super wandern und in den jeweiligen Buchten, die übrigens paradiesisch sind, super schwimmen.
Wenn man mich spontan fragen würde, woran ich denke, wenn ich an Marseille denke, wäre das: Savon (Seife), Lavendel, die super leckeren Patisserien, wo man mich zu oft einkaufen sehen konnte und auch les Marseillais selbst, zu denen ich mich nun auch zähle. Was mich ein wenig traurig gestimmt hatte in der Stadt, war der Eindruck, die Gesellschaft unterteilt sich in drei Gruppen: die “weißen Urfranzosen“, die “nordafrikanisch-stämmigen Franzosen“ und die “schwarzafrikanisch-stämmigen Franzosen“. Warum ich diese Unterteilung gewählt habe liegt daran, dass ich tagtäglich beobachtet habe, wie diese oft unter sich zu finden waren und eine Inklusion leider nicht oft stattfand. Da musste ich schon oft an mein geliebtes Frankfurt denken und daran, wie fortgeschritten wir in der Hinsicht schon sind. Ein InteGREATer Team in Marseille würde die Stadt sehr bereichern. Meiner Meinung nach sind wir nicht nur Vorbilder in unseren Städten, wo wir aktiv sind, sondern weltweit und können sehr stolz auf uns und unsere Arbeit sein! Unsere Art zu denken und zu handeln bringt Menschen zusammen und führt zu einer glücklichen, bunten Gesellschaft.
Letztlich will ich noch hervorheben, dass ich meine Erfahrung im Ausland nicht missen möchte und jedem wärmstens empfehlen kann, sich ab und an aus seiner Komfortzone hinaus zu begeben und einen Schritt aus der Tür zu wagen. Es wird sich lohnen!
Eure Schiela