InteGREATer on the road – Malte berichtet aus dem Vietnam

Wie jeder 20-Jährige träumte auch ich von einer Reise raus aus Europa und rein in das Abenteuer in einem Land von dem ich nur in Büchern gelesen hatte. Im Juli 2015 war es dann endlich soweit, mein bester Freund, Julius, und ich hatten unsere Rucksäcke gepackt und standen am Frankfurter Flughafen, um 3 Wochen in den Vietnam zu fliegen. Der Vietnamkrieg ist wohl noch immer das erste Ereignis, was uns durch den Kopf geht, wenn wir an den Küstenstaat in Südostasien denken. Doch hinter dem Schleier des vergangenen Vietnamkrieges liegt ein Land voller Traditionen, mit wunderschönen Naturschauspielen und einer interessanten Geschichte.

Von dem kühlen Deutschland ging es dann in das suptropische Zentrum Vietnams, in die Hauptstadt Hà Nội. Hà Nội selbst ist wie keine andere Stadt Vietnams geprägt von der Tradition einerseits und der sich entwickelnden Moderne andererseits. Modern gekleidete Frauen mit kurzen Miniröcken neben Frauen in traditioneller Kleidung, ihre Waren jonglierend, sind Alltag im Strassenleben Hà Nộis. Und jeder scheint seinen eigenen Platz zu haben. Für uns Europäer ist Hà Nội auf den ersten Blick das reinste Chaos – endlose Rollerlawinen, enge Gassen mit Straßenläden auf den Bürgersteigen, andauernde Hupgeräusche und hunderte Menschen die durch die Straßen eilen – doch genau in diesem Chaos liegt der Charme dieser Stadt. Man merkt direkt Hà Nội ist eine sehr belebte Stadt und neben der sich entwickelnden Moderne, die sich durch unterirdische dreistöckige Shoppingmalls mit vielen westlichen Marken und den Drang der reicheren Vietnamesen nach europäischen Waren zeigt, findet man noch viele Sehenswürdigkeiten, die die kulturelle Geschichte des Landes erzählen. Neben dem Hồ Hoàn Kiếm-See mit seiner bekannten roten Brücke, dem Wasserpuppentheater und dem Mausoleum von Ho Chi Minh findet man die bedeutendste kulturelle Sehenswürdigkeit mitten zwischen großen Straßen auf einem eher unscheinbarem Platz, den Literaturtempel. In diesem Tempel wird Konfuzius, der 551 v. Ch. geboren wurde, verehrt. Im Konfuzianismus wird durch die klassischen Tugenden, Menschlichkeit, Gerechtigkeit, ethisches Verhalten, Weisheit und Güte, Harmonie erreicht.

Von oben nach unten: Ausblick von Cát Bà auf die Halong-Bucht, künstliche Inselhäuser vor Cát Bà, Ausblick von der Dschunke auf die Halong-Bucht

Nach den ersten Tagen in der Großstadt Hà Nội ging es mit einem Reisebus zu der 2 Stunden entfernten Halong-Bucht. In der Hafenstadt Haiphong starteten wir eine dreitägige Bootstour durch die beeindruckende Felslandschaft des UNESCO-Welterbes. Mit einer großen Dschunke ging es dann für 3 Tage durch die Halong-Bucht. Uns erwarteten eine wunderschöne Landschaft, Kanufahrten durch Höhlen und Buchten, schwimmen in dem klaren Wasser mit fantastischer Aussicht und spannende Abende mit Nachtfischen und vielen netten Leuten aus aller Welt. Nach den entspannten Tagen ging es per Inlandsflug in die alte Kaiserstadt Huế. Dort besuchten wir die alte Zitadelle und die Verbotenen Stadt, die früher die Palastanlage der Nguyen-Dynastie war und von 1802 bis 1945 die vietnamesischen Kaiser stellte, und die verschiedenen Gräber entlang des Hương Giang (Parfümfluss). Nach den sehr anstrengen Besichtigungen, da es in Huế durchschnittlich gefühlte 48 Grad waren, ging es von dort mit einem Fahrer über den Wolkenpass, die Wetterscheide zwischen dem subtropischem Norden und dem tropischen Süden, in die Hafenstadt Đà Nẵng. Đà Nẵng ist im Vergleich zu Hà Nội eine Kleinstadt mit wunderschönen Stränden, moderner Innenstadt und beeindruckende Kulturplätzen rund herum. Hier besuchten wir die alte Tempelstadt Mỹ Sơn, die riesengroße Lady Buddha-Statue und entspannten an den gigantisch langen Sandstränden in der Sonne. Nach wunderschönen 3 Wochen ging es dann zurück zum Noi Bai International Airport in Hà Nội und zurück nach Deutschland.

Links oben: Zitadelle in der alten Kaiserstadt, Huế Links unten: Ausblick auf den Fluss Hương Giang (Parfümfluss), Huế Rechts oben: Kaisergräber von Khai Ding, Huế Rechts unten: Lady Buddha, Đà Nẵng

Das Land hat uns mit seinen Menschen, seiner Kultur und seiner Natur sehr begeistert. Wir wurden überall super freundlich begrüßt und haben sehr nette und interessante Menschen aus dem Land, aber auch aus der ganzen Welt, kennengelernt. Die 3 Wochen haben sich sehr gelohnt, nach den ersten Tagen mit Kulturschock in der riesen Stadt Hà Nội gewöhnten wir uns an das andere Leben im Vietnam. Für mich persönlich wäre Hà Nội keine Stadt in der ich Leben könnte, denn das Chaos auf den Straßen und die rappelvollen Gassen schrecken mich eher ab, aber dennoch als Urlaubsziel sehr, sehr zu empfehlen. Von Großstädten mit der riesen Rollerflut und dem Mischmasch aus alter kultureller Tradition und der sich entwickelnden Modernen über unberührte Nationalparks mit freilaufenden Affen, hat uns das Land sehr beeindruckt und bietet für jeden Urlaubsgeschmack das passende Programm. Ich persönlich würde das Land Vietnam als Urlaubsziel sehr empfehlen!

Malte Schindel (Aushilfe der Projektleitung bei InteGREATer e.V.)