Mit einer Ausbildung zum Erfolg

-ein Bericht von unserer Frankfurter InteGREATerin Melissa und unserem InteGREATer Jayson

Bildung ist ein Schlüssel zum persönlichen Erfolg. Umso wichtiger ist es, dass junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte oder Jugendliche, die polykulturell aufwuchsen sowie Migrant*innen in Deutschland ihren Platz in unserer Gesellschaft und in der Berufswelt gefunden haben und ihre Erfahrungen an andere Jugendliche weitergeben.

Gemeinsam wollen wir eine Plattform schaffen, die junge Menschen zusammen bringt. In Kooperation mit der Arbeitgeberstiftung Südhessen erzählen InteGREATer*innen und Auszubildende an südhessischen Schulen von migrantischen Erfolgsgeschichten und sind damit Vorbild für andere junge Menschen. Ziel dieser Kooperation ist es, Informationen über das duale Ausbildungssystem bei jungen Menschen mit internationaler Geschichte zu verbreiten und sie zu motivieren, nach Schulabschluss eine duale Ausbildung in einem südhessischen Betrieb zu starten.

Das System der beruflichen Bildung ist komplex und für viele Jugendliche nur schwer zu durchschauen. Insbesondere dann, wenn die Jugendlichen und ihre Eltern keine eigenen Erfahrungen mit diesem Teil des deutschen Bildungssystem haben.

Mit der Kooperation soll der Weg zu einer Ausbildungsstelle mit Hilfe von Beratungs- und Informationsaktivitäten geöffnet und die Motivation der Jugendlichen gestärkt werden. Das Interesse an einer dualen Ausbildung und eine generelle Sensibilisierung für den eigenen Bildungsweg sollen durch die Schilderung exemplarischer Lebensläufe von Auszubildenden und von InteGREATer*innen erzielt werden.

2017 in der Zeitung: Welche Karriereoptionen gibt es nach der Hauptschule?

Wir sind zu Besuch an der Erich-Kästner-Gesamtschule

Am 18. Oktober besuchten unsere InteGREATerin Melissa und unser InteGREATer Jayson die Erich-Kästner-Gesamtschule in Darmstadt.

Melissa erzählt:

„Es war eine ganz besondere Veranstaltung, da wir mit den Azubis kooperiert haben! Die zwei sportbegeisterten Schulklassen haben uns aufmerksam zugehört und mitgemacht! Sie haben viele Fragen gestellt und wir konnten individuell auf jede einzelne Person eingehen. Dabei konnten wir Tipps geben und von unseren schulischen, als auch sportlichen Erfahrungen berichten. Einzelne Schülerinnen und Schüler konnten sich gut mit Jayson oder mir identifizieren; sei es aufgrund der persönlichen Geschichte, der Herkunftsländer unserer Eltern oder der Kultur und deren entsprechendem Habitus. Des Weiteren benannte ich auch Hilfen, die den Schülerinnen und Schülern aus dem Kommunalen Center für Arbeit aus den Sozialhilfen zustehen: das Bildungsteilhabe Paket, welches beinhaltet, dass man Nachhilfe, Mittagsessen in der Schule und oder eine sportliche Aktivität kostenlos vom Sozialen Amt beanspruchen kann. Dazu erläuterte ich den Ablauf und die Unterstützungsmöglichkeiten der Lehrerinnen und Lehrer oder Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen. Nach der Veranstaltung bekamen sowohl wir als auch die Azubis ein großes Lob von den Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen! Sie wünschen sich ein Wiederkommen und befürworten die gemeinsame Kooperation mit der Schule. Es hat Ihnen sehr gefallen und Sie meinten, dass Sie die Schülerinnen und Schüler selten so ruhig und konzentriert gesehen hätten. Auch die Schüler*innen bedankten sich per Händedruck bei uns und fragten, ob wir wieder kommen würden. Eine Schülerin war sehr berührt von meiner Geschichte, da Sie auch ein Scheidungskind ist. Sie meinte, dass dieser Erfahrungsaustausch ihr Mut macht und sie sich ein Beispiel an mir nehmen wird.“ Eine wirklich gelungene Schulveranstaltung!

Nur einige Tage später besuchte unsere Frankfurter InteGREATer Gruppe die FH Frankfurt und Wilhelm-Leuschner-Schule in Darmstadt.

Jayson berichtet:

„Am Donnerstag, den 7.11. waren Melissa und ich an der FH Frankfurt und nahmen an einem Infoabend für Vereine, die sich sozial engagieren und einen positiven und nachhaltigen Beitrag in der Gesellschaft leisten, teil. Das Event fand in dem Gebäude 2 der Hochschule statt, welches auch gleichzeitig die Fakultät für Soziale Arbeit ist. In einer Vereinspräsentation stellten wir den Ursprung des Vereins, seiner Idee, unser Netzwerk und unsere Partnerschaften, unsere Tätigkeiten sowie den Sinn und Zweck unserer Arbeit dar. Vor allem der Professor war von der Idee und dem Verein InteGREATers begeistert. Nach den Präsentationen hatten wir noch Zeit, um mit den anderen Studierenden ins Gespräch zu kommen und Kontakte auszutauschen. Melissa und ich sind zuversichtlich, dass wir das Interesse der jungen Menschen geweckt haben und den einen oder anderen dazu überzeugen konnten, bei uns vorbeizuschauen. Wir hoffen, dass wir dadurch noch mehr Mitglieder gewinnen können oder auf Veranstaltungen eingeladen werden, damit unser Verein stetig weiter wachsen kann.“

„Den Tag darauf waren Arvin und ich an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Darmstadt im Rahmen unseres 2. gemeinsamen Projektes „Azubis als Integrationsbotschafter“. Am frühen Morgen betreuten wir die 8. Klasse der Hauptschule. Arvin und ich und vier weitere Azubis erzählten nach einer kleinen Vereinsvorstellung ihre jeweiligen Geschichten. Einige von ihnen haben wirklich traumatische Erlebnisse auf ihrem Weg nach Deutschland erlebt. Anfangs wirkte die Klasse motivationslos, träge und uninspiriert in Hinblick auf ihre Zukunft. Doch mit der Zeit konnten wir die Schüler*innen nach und nach motivieren und dazu bringen mehr aus sich herauszukommen. Das größte Problem war, dass die Schüler*innen eine abneigende Haltung gegenüber der Schule hatten und das obligatorische Schulsystem in Deutschland ablehnten. Wir gaben ihnen jedoch gute Gründe warum Schule, auch wenn es manchmal überflüssig erscheint, für die eigene Zukunft sehr wichtig ist. Dabei konnten wir ausführlich über unsere eigenen Erfahrungen erzählen und ihnen wertvolle Tipps mitgeben. Die Veranstaltung hat allen sehr gefallen! Gleich nach dem Event wollten die Lehrer*innen uns für ALLE Klassen der Schule einladen. Für mich persönlich kann ich sagen, dass der Ablauf, die Art und Weise des Events und die gesamte Gestaltung die bisher Beste und Nachhaltigste war. In Zukunft werde ich bemüht sein die Schulveranstaltungen nach diesem Ablauf zu strukturieren. Mir ist es deutlich geworden, dass wir bei jeder Schulveranstaltung den Erfolg der Schülerinnen und Schüler mehr in den Fokus rücken sollten und uns fragen sollten, wie wir am besten positive Impulse erzeugen, die widerum für bessere Ergebnisse sorgen.“

Von unmotiviert zu inspiriert: unser Besuch an der Wilhelm-Leuschner-Schule in Darmstadt.